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Brunneneinweihung in Oberiflingen
Erstelldatum02.07.2026
Am 21. Juni wurde der Brunnen in Oberiflingen durch die Alterswehr eingeweiht. Wir danken allen Beteiligten, die zu dem gelungenen Nachmittag beigetragen haben.
Nähere Informationen können Sie der Rede von Andreas Zeller entnehmen:
Liebe Gäste, ich freue mich, dass ihr heute zu diesem besonderen Anlass so zahlreich erschienen seid.
Besonders begrüßen möchte ich unseren Bürgermeister Thomas Staubitzer und unseren Ortsvorsteher Markus Haas, dessen Amtskollege aus Unteriflingen Gerhard Mutschler, unseren Pfarrer Günter Blatz sowie die Feuerwehrkommandanten Siggi Zeller, Andreas Eberhardt und Uwe Finkbohner und die Presse, vertreten durch Uwe Ade.
Wenn wir heute hier am Brunnen im „oberen Tälchen“ stehen, sehen wir ein schönes historisches Bauwerk. Vor rund 160 Jahren war Wasser in Oberiflingen keine Selbstverständlichkeit, sondern eine tägliche Herausforderung und es ging ums Überleben von Mensch und Tier.
Die Gemeinde Oberiflingen beauftragte daher im Jahr 1866 einen Spezialisten auf diesem Gebiet: Dr. August Eduard Bruckmann – ein Ingenieur, Geologe und Brunnenexperte. Er war der Beste seiner Art. Seine Aufgabe war es, den Wassermangel zu beseitigen, denn in Zeiten von großer Trockenheit nahm die Wasserzufuhr stark ab und es musste auf mühselige und zeitraubende Weise Wasser aus dem tiefergelegenen Unteriflingen herbeigeführt werden.
Die Ursache lag buchstäblich unter den Füßen der Dorfbewohner. Oberiflingen liegt auf Muschelkalkgestein, das von unzähligen Rissen und Spalten durchzogen ist. Jeder Regentropfen verschwand darin fast sofort und tauchte erst weit unten im Tal wieder auf. Kein Wunder also, dass frühere Brunnenbauversuche oft scheiterten.
Besonders amüsant beschreibt Bruckmann einen Fall, bei dem sogar ein Wünschelrutengänger den Standort eines Brunnens bestimmt hatte. Das Ergebnis: Man grub über 17 Meter tief – und fand keinen einzigen Tropfen Wasser.
Bruckmann ging die Sache wissenschaftlich an. Er untersuchte die sechs öffentlichen Brunnen des Dorfes und bewertete sie fast, wie ein Arzt seine Patienten. Manche waren zu klein, andere ungünstig gebaut. Am besten schnitt der Fischers-Brunnen ab. Doch eine dauerhafte Lösung sah Bruckmann woanders: in einer wasserhaltigen Gesteinsschicht, den sogenannten Lettenkohlenmergeln.
Sein Vorschlag für die Verbesserung der Wasserversorgung war sehr mutig: Er empfahl den Bau eines großen neuen Brunnens hier im „oberen Tälchen“. Mit fast drei Metern Durchmesser und über 14 Metern Tiefe war er für damalige Verhältnisse ein beeindruckendes Bauwerk.
Mehr als 30.000 Liter Wasser konnte er speichern – genug, um die Gemeinde zu versorgen und im Brandfall der Feuerwehr wertvolle Hilfe zu leisten.
Erstaunlich modern waren auch Bruckmanns Gedanken zur Hygiene. Er warnte davor, dass Misthaufen und Güllegruben in der Nähe der Brunnen das Trinkwasser verschmutzen könnten. Heute klingt das selbstverständlich, doch damals war das eine bemerkenswerte fortschrittliche Erkenntnis.
Weil es sich auf der sonnigen Hochebene von Oberiflingen gut leben ließ, wuchs die Bevölkerung und der Ort weiter und die bisherige Wasserversorgung musste erweitert werden: Daher entstand 1896 ein Hochbehälter für Ober- und Unteriflingen. Hierbei wurde das Wasser mittels einer wassergetriebenen Pumpe, dem sog. „Widder“ aus der tiefergelegenen Quelle im Unteriflinger Täle hochgepumpt.
1910 trennte man sich nach politischen Differenzen und Beschluss beider Gemeinderäte aus Ober-/Unteriflingen von einer gemeinsamen Wasserversorgung und Oberiflingen baute sein eigenes Wasserhäusle im Harissental. Durch die Einspeisung dreier Quellen (Harissental, Sommerberg und Winterberg) war ein stetiger Zufluss gesichert. Das Wasser wurde mittels einer benzinbetriebenen Pumpe in den Hochbehälter gepumpt. Einige Jahre später wurde diese dann durch eine elektrische Pumpe ersetzt.
Durch zunehmenden technischen Fortschritt reichten in trockenen Tagen jedoch die Quellen zur vollständigen Versorgung nicht mehr aus. Daher wurde 1960 unter BM Joos zusammen mit Dettlingen und Bittelbronn der Zweckverband Haugenstein gegründet. Später kamen dann Schopfloch, Glatten, Unteriflingen und Salzstetten dazu.
Ihr seht, es hat sich einiges verändert, aber unser Brunnen hat die Veränderungen weitgehend unbeschadet überstanden und sicherlich einiges erlebt.
Im Sommer 2004 öffnete die FFW Oberiflingen den verschlossenen Brunnen und reinigte den Brunnenschacht von Dreck und Schlamm bis zum Grund des Brunnens. Dabei wurden u. a. ein Bajonett, zwei Handgranaten und jede Menge Knochen gefunden.
Seit 2015 hat die Altersabteilung der Feuerwehr mit viel Engagement und unzähligen Arbeitsstunden den Brunnen restauriert und ihm wieder sein heutiges Aussehen verliehen.
So ist dieser Brunnen heute weit mehr als ein historisches Bauwerk. Er erzählt von den Sorgen und dem Einfallsreichtum unserer Vorfahren, vom Wert des Wassers und vom Engagement vieler Menschen, die dieses Stück Dorfgeschichte bewahrt haben.
Wenn wir heute auf den Brunnen blicken, sehen wir nicht nur Steine und Wasser. Wir sehen ein Denkmal für Gemeinschaft, Ausdauer und die Geschichte Oberiflingens.
ZAHLEN – DATEN – FAKTEN …
Durchmesser: 2,86 m
Tiefe: 14,30 m
Wandstärke: 43 cm
Material: Tuff-/Sandstein
Fassungsvermögen: über 30.000 Liter
Erbaut: 1866 / renoviert 2015 - 2026
Material im sichtbaren Bereich:
Der Brunnenring ist aus Muschelkalkstein, der aus der Nähe von Würzburg stammt. Die Steine wurden in Ofterdingen zugesägt, abgeholt und vom Maurermeister Reinhold Gruber fachmännisch rund gemauert.
Der Innenring, also das Eisengitter, wurde von der Fa. Schwarz Apparatebau in Dornstetten gefertigt.
Die Holzkonstruktion vom Zeltdach wurde von der Zimmerei Rolf Eberhardt, Oberiflingen erstellt.
Die Biberschwanzziegel wurden von Werner Kreidler (Haidenhof) gespendet
und die Eindeckung erfolgte in Eigenleistung durch die Alterswehr.
Die geschmiedeten Halterungen wurden vom Kunstschmid Anton Armbruster aus Dießen in Handarbeit gefertigt.
Die Sitzbank wurde von Patrick Winter und Marc Stoll gefertigt und für diesen Zweck gespendet.
Das Schild wurde von Florian Rapp mittels Lasergravur hergestellt.
Die Details zum Brunnenbau, verschiedene Presseberichte und auch Fotos sind in diesem Ordner zusammengestellt und können gerne angeschaut werden.
Sofern jemand noch ein Grußwort sprechen möchte, dann darf er das gerne jetzt tun … anschließend würde ich gerne Bürgermeister Th. Staubitzer und OV Markus Haas nach vorne bitten, um das Schild zu enthüllen.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit – weiter geht es mit dem gemeinsamen Start der Luftballons. Ich bin gespannt, wo sie ankommen.
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Nach der Enthüllung des Schildes durch Bürgermeister Thomas Staubitzer und dem Ortsvorsteher Markus Haas erfolgte dann ein gemeinsamer Luftballonstart. Es wurden ca. 60 mit Helium gefüllte Luftballons mit einer Postkarte gemeinsam losgeschickt, wobei alle Kindergartenkinder der Biberburg einen Luftballon gratis starten lassen durften.
Wir sind gespannt, ob ein paar Postkarten zurückgesendet werden und wo die Ballons gelandet sind.
Die Prämierung der ersten drei Plätze erfolgt dann im Rahmen des Feuerwehrfestes Anfang August.






