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Neugestaltung Ortsmitte Schopfloch: Gemeinde Schopfloch

Hauptbereich

Neugestaltung Ortsmitte Schopfloch

Ergebnisse vom 13.03.2020

Am Freitag, den 13.03.2020 fand im Rathaus Schopfloch eine Sitzung statt bei der die verschiedenen Arbeiten des Architektenwettbewerbs zur Neugestaltung der Ortsmitte Schopfloch vorgestellt wurden.

Hier können Sie sich die erst- und zweitplazierten Arbeiten näher anschauen.

Arbeit 1051

Der 1ste Preis ging an die Arbeit von dem Büro Stefan Fromm.

 

Einzelbeurteilung des Preisgerichtes vom 13.03.2020:


Die Arbeit überzeugt indem sie sich an den städtebaulichen und ortstypischen Gegebenheiten orientiert und diese der Aufgabe angepasst weiterentwickelt. Gut gelöst ist die Verbindung zwischen linker und rechter Hauptstraßenseite durch die gleiche Materialität auf beiden Seiten der Straße. Die Straßensituation ist mit einem farblich passenden Asphalt für den Autofahrer herausgehoben.
Ein gelungenes städtebauliches Element stellt der Neubau im Zugangsbereich des Marktplatzes dar, er lenkt den Blick in Richtung Marktplatz und Kirche. Durch seine Stellung schafft er eine Trichtersituation, die den Besucher anzieht, durch seine Stirnseite bildet er eine neue Platzkante und gibt ihm somit Halt. Die Größe entspricht den vorhandenen Gebäuden.
Die Idee in diesem Neubau ein Café mit Außenbestuhlung anzubinden ist sicherlich ein wichtiger Beitrag zur Belebung des Marktplatzes.
Die Lage des Kinderspielplatzes ist am heutigen Ort sehr zu begrüßen, weil Jung und Alt diese Einrichtung dort gerne nutzen werden und so auch die Ortsmitte beleben.
Besonders zu begrüßen ist, dass die Planung der neuen Stellplätze einen autofreien Marktplatz ermöglicht. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt die Anbindung der Rathausgarage über die Platzfläche. Hier wäre eine andere Lösung wünschenswert. Der Entwurf meistert auf einfache Art den Höhenunterschied zwischen Hauptstraße und Rathaus sowie der Kirche. Die Lösung mit Treppen und Sitzstufen erscheint logisch und dem Ort angemessen.
Der historische Brunnen stellt einen schönen Blickfang an seinem ursprünglichen Standort dar.
Der Bereich oberhalb des Gemeindehauses wird für das Parken der Diakoniestation ausgewiesen. Dies wird diesem Bereich nicht gerecht. Hier hätte man sicherlich eine andere Lösung darstellen können.
Zu hinterfragen ist, ob die zweite fußläufige Erschließung südlich des Rathauses notwendig ist, da eine Belebung des Marktplatzes Ziel der Aufgabe war. Hier wirkt eine doppelte Erschließung kontraproduktiv. Zu überlegen wäre, ob die östliche Fahrerschließung auf den Marktplatz notwendig ist.
Positiv ist zu vermerken, dass die gewählten Materialien und Ausstattung für den Ort angemessen sind.
Für den Fall, dass das Gebäude Marktplatz 1 abgerissen wird hat der Verfasser auch an dieser Stelle eine städtebaulich überzeugende Lösung gefunden.
Insgesamt stellt die Arbeit 1051 einen überaus gelungenen Beitrag zur Lösung der Entwurfsaufgabe dar, da nicht nur Platz und Funktionen angemessen berücksichtigt werden sondern auch die vorhandenen Strukturen bestens eingebunden werden. Wir meinen, dass dieser Beitrag die Ortsmitte Schopfloch stärkt und in der Mitte Bürgerschaft ankommt und das Ortsleben erfrischt.

Arbeit 1054

Der 2te Preis ging an die Arbeit von dem Büro Daniel Schönle.

 

Einzelbeurteilung des Preisgerichts vom 13.03.2020:

Zwei neue Gebäude an der Hauptstraße markieren überzeugend den Auftakt zur neuen Ortsmitte. Selbstverständlich findet die Bushaltestelle hier einen neuen Platz. Durch die Gebäudestellung entsteht ein spannungsvoller Auftakt der neuen Ortsmitte, die sich in eine klare Raumabfolge von drei Plätzen gliedern lässt.
Einen angemessenen Auftakt bildet das neue Gebäude mit Wirtshaus, über eine Treppenanlage getrennt fügt sich der Markplatz an. In einer klaren und einfachen Formensprache spannt er sich zwischen Rathaus und Diakonie auf. Über eine weitere Treppenanlage sowie eine städtebauliche Neufassung durch ein Gebäude schließt sich der Kirchplatz an. Die Materialität des durchgehenden Bodenbelags durch einen hochwertigen Betonstein überzeugt und unterstreicht gekonnt die Raumabfolgen.
Die Raumabfolge ist richtig, selbstverständlich und beeindruckt durch eine zurückhaltende Strenge und Großzügigkeit. Einzelne Bäume, richtig gesetzt, lassen eine gewisse Aufenthaltsqualität vermuten, Aussagen zur Aufenthaltsqualität werden vermisst.
Leider ist der wichtige Dorfbrunnen nicht dem Markplatz zugeordnet und fristet ein untergeordnetes Dasein in der Ecke zum Wirtshaus.
Die Treppenanlage zum Kirchplatz dominiert gemeinsam mit dem neuen Mobilitätsgebäude den Raum. Mit einem zu überwindenden Höhenunterschied wirkt sie jedoch gewaltig auf den Marktplatz und ist als ein doch eher städtisches Element in den Ausmaßen zu hinterfragen.
Das neue Mobilitätsgebäude ist städtebaulich geschickt und überzeugend platziert. Die Inhalte mit Café und Bar sowie dem Treppengebäude werfen jedoch die Frage auf, ob diese Ansätze angemessene Antworten im dörflichen Kontext darstellen, wenngleich eine Mobilitätszentrale einen wichtigen Beitrag auf die sich in Zukunft drängenden Fragen der Mobilität in Schopfloch darstellen könnte.
Die Anordnung der erforderlichen Parkplätze ist geschickt südöstlich des Mobilitätsgebäudes gelöst, der Marktplatz komplett autofrei. Dies wird insgesamt positiv bewertet.
Die landschaftliche Einbindung der Spielräume in die angrenzenden Flächen wird stadträumlich betrachtet positiv gewertet, nutzungspraktisch gehört jedoch das Spiel mit in die lebendige Ortsmitte integriert. Die hier mannigfaltig angebotenen Sitzmöglichkeiten wären besser den Platzräumen zugeordnet.
Die vorhandenen Garagen an der Kirchsteige sind ersatzlos entfallen – ob die Mobilitätszentrale dies ausgleichen kann, wird in Frage gestellt.
Die Querung der Hauptstraße ist pragmatisch und umsetzbar, ein größerer Zusammenhalt in der Ortsmitte jedoch wünschenswert.
Insgesamt stellt die Arbeit einen wertvollen, städtebaulich sehr ambitionierten Beitrag dar, der jedoch mit der sehr großen Kirchentreppe und dem neuen Mobilitätsgebäude am Kirchplatz die dörfliche Angemessenheit sprengt.