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Schopflocher Skizzen: Gemeinde Schopfloch

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Schopflocher Skizzen

Inhaltsverzeichnis Schopflocher Skizzen

Altes und Neues, Interessantes, Bemerkenswertes und Lustiges aus der Gemeinde Schopfloch zum Nachlesen. Sie können die Skizzen einzeln oder im Sammelordner auf dem Rathaus erwerben. Nähere Informationen hierzu finden Sie hier.

  • Nr. 01/2001
    Schopflocher Ortskern, Die "Säge" von Schopfloch, Ortstafel von Schopfloch aus der Kaiserzeit
  • Nr. 02/2001
    Die Firma Kibri (Kindler & Briel)
  • Nr. 03/2001
    Die Bäckerei Ziegler, Firma Koch, Haus und Sanitärtechnik, Schopflocher Flurnamen, Spitzname (Auname) der Schopflocher: "D'Schollawattler"
  • Nr. 01/2002
    Kunstschmiede Peter Haizmann, Oberiflingen
  • Nr. 02/2002
    Die erste Frau mit Führerschein in Schopfloch, Die Wappen von Schopfloch, Ober und Unteriflingen, neues Wappen Gesamtgemeinde
  • Nr. 03/2002
    Seeger Ferntransporte GmbH
  • Nr. 04/2002
    Geschichtlicher Überblick
  • Nr. 05/2002
    Beschreibung des Oberamtes Freudenstadt zu den Ortsteilen Ober- und Unteriflingen
  • Nr. 06/2002
    Beschreibung des Oberamtes Freudenstadt zum Ortsteil Schopfloch
  • Nr. 07/2002
    Thomas Friz erinnert sich
  • Nr. 08/2002
    Kurhaus Schübel, Schopfloch der Wintersportplatz vor Freudenstadt
  • Nr. 09/2002
    Eugen Hornberger; vom Schmied zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Fa. Homag
  • Nr. 10/2002
    Die Drechslerei Schwarz in Schopfloch
  • Nr. 01/2003
    Vergangenheit und Gegenwart des Gasthauses "Ochsen"
  • Nr. 02/2003
    Hochzeitsbräuche in Schopfloch gegen Ende des 19. Jahrhunderts
  • Nr. 03/2003
    Schopfloch in früherer Zeit: Bemerkenswertes aus Schopflocher Güterbüchern, Gemeindeverwaltung in früherer Zeit
  • Nr. 04/2003
    Erinnerungen: Auszüge aus Protokollbüchern des Männergesangvereins, Erinnerungen von Eugen Lutz und Hans Kugler an frühere Begebenheiten
  • Nr. 05/2003
    Die Möbelfabrik Schübel
  • Nr. 01/2004
    Christian Kugler - Ein Leben für die Mission
  • Nr. 02/2004
    Die Schopflocher Segelflieger
  • Nr. 03/2004
    Die Schopflocher Filiale der Naturana
  • Nr. 04/2004
    50 Jahre Gasthaus "Schwanen" in Schopfloch
  • Nr. 05/2004
    Die Schule in Oberiflingen, Rektor Wanski geht in Ruhestand
  • Nr. 06/2004
    Der Rödelsberg bei Schopfloch-ein einzigartiger Aussichtsberg
  • Nr. 07/2004
    Die erste Wasserversorgung in Schopfloch (Teil I)
  • Nr. 08/2004
    Die erste Wasserversorgung in Schopfloch (Teil II)
  • Nr. 01/2005
    Hausnamen in Schopfloch
  • Nr. 02/2005
    Aus der Frühgeschichte in die Neuzeit - 1000 Jahres Oberiflingen (Teil I)
  • Nr. 03/2005
    Aus der Frühgeschichte in die Neuzeit - 1000 Jahres Oberiflingen (Teil II)
  • Nr. 04/2005
    Aus der Frühgeschichte in die Neuzeit - 1000 Jahres Oberiflingen (Teil III)
  • Nr. 05/2005
    Oberiflingen im zweiten Weltkrieg - Berichte und Erfahrungen, Aus der Nachkriegszeit
  • Nr. 06/2005
    Tuffstein aus Iflingen
  • Nr. 07/2005
    Geschichte des Oberiflinger Darlehenskassenvereins
  • Nr. 08/2005
    Geschichte der Handwerker in Oberiflingen Teil I
  • Nr. 09/2005
    Geschichte der Handwerker in Oberiflingen Teil II
  • Nr. 10/2005
    Aus der Geschichte der Michaelskirche in Oberiflingen

Nr. 01/2001 Schopflocher Ortskern, Die "Säge" von Schopfloch, Ortstafel von Schopfloch aus der Kaiserzeit

 Schopflocher Skizzen Rathaus - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 1
 Schopflocher Skizzen Ortsmitte - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 2
 Schopflocher Skizzen Sägewerkgelände - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 3
 Schopflocher Skizzen Ortstafel - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 4

Altes und Neues, Interessantes, Bemerkenswertes und Lustiges aus der Gemeinde Schopfloch
Herausgeber: Gemeinde Schopfloch
Redaktion: Ursula Burkhardt
Nummer: 1 (2001)

(Bild 1)

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Freunde der Gemeinde,

Was hat sich früher in unseren drei Ortschaften Schopfloch, Oberifingen und Unteriflingen abgespielt? Welche Blickwinikel eröffnen sich uns heute und wie
geht es künfig weiter?

Unter dem Motto "Altes und Neues, Interessantes, Bemerkenswertes und Lustiges" wollen wir Ihnen "Schopflocher Skizzen" aufzeigen.

In unserem Mitteilungsblatt erscheinen deshalb künfig einmal monatlich in lockerer Folge Aufsätze, Bilder und verschiedene Beiträge über unsere Gemeinde. Diese Sonderbeilagen eignen sich hervorragend zum Sammeln und werden im Lauf der Zeit einen bunten Strauß von heimatkundlichen Besonderheiten bilden.

Ein passender Ordner kann beim Rathaus und den Ortsverwaltungen erworben werden.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen, neue Erkenninisse und gute Unterhaltung.

Ihr
Klaas Klaassen
Bürgermeister

 

Der Schopflocher Ortskern aus der Luft (1959)

(Bild 2)

Welche tiefgreifenden Veränderungen seit dieser Luftaufnahme geschehen sind, lässt sich daran erkennen, dass es im Ortskern viele Häuser heute gar nicht mehr gibt, so z. B. das alte Rathaus und das alte Schulhaus (heutiger Standort des neuen Rathauses), das Bauernhaus der Familie Ziegler (heutiger Standort des Gemeindehauses), die Häuser Nagel, Schwab, Kohler und das alte Gasthaus Rose am Verbindungsweg zwischen Kirchsteig und Marktplatz, das Haus der Familie Schmid (Schütz), das der neuen Straße nach Dettlingen weichen musste, sowie die Häuser auf dem Bühl, darunter die alte Bäckerei Ziegler, das Müller-Eck, der alte "Ochsen", usw. usw.

 

Die "Säge" von Schopfloch

Noch vor wenigen Jahren gehörte die Säge an der Dornstetter Straße zum Alltag in Schopfloch. Langholzwagen luden Stämme ab, LKW's und Bauern mit Schleppern und Anhängern holten das Schnittholz.
Heute steht auf dem Gelände der ehemaligen Säge das von Arthur Pfau zum Wohnhaus umgebaute Sägewerksgebäude, umgeben von zahlreichen Bäumen und einem blühenden Garten.

Entwicklung von den Anfängen bis 1990
Sechs Schopflocher Bauern gründeten 1925 auf einem schmalen Grundstück an der Dornstetter Straße ein Genossenschaftssägewerk:

  • Friedrich Kugler (Vater von Fritz Kugler, (Gassenbauer, Hauptstraße)
  • Martin Kugler (Großvater von Willi Kugler, Glattener Straße)
  • Johann Georg Lutz (Vater von Eugen Lutz, Getränkehandlung, Bahnhofstraße)
  • Friedrich Schmid (Weber, Hauptstraße)
  • Michael Seeger (Großvater von Fritz Seeger, Gartenweg)
  • Jakob Vogt (Vater von Paul Vogt, Bühlstraße)

Sie betrieben die Säge gemeinschaflich. Anfangs wurde nur das eigene Holz gesägt, später auch im Auftrag anderer Waldbauern. Die Zufuhr des Holzes aus den Wäldern erfolgte mit den Langholzfuhrwerken von Bauern aus der näheren Umgebung. Sie arbeiteten mit einem Vollgatter der Firma Braun, Klosterreichenbach. Es wurde von einem Dieselmotor mit 30 (!) PS Leistung angetrieben.
1932 wurde Gottlob Frey (sen.) aus Oberwaldach als Säger eingestellt.
Fünf Jahre später konnte Gottlob Frey vier Anteile erwerben.

Vor dem Krieg und auch während des Krieges wurde das Holz mit der Bahn an seinen Bestimmungsort transportiert. Dazu hatte man beim Bahnhof ein Holzlager angelegt (etwa am heutigen Standort des Schuppens gegenüber der Firma Barth).
Schon damals wurde Holz in entferntere Gebiete verkauf, so z. B. bis nach Mailand. Martin Kugler (Ostend) war während des Krieges als Säger angestelt.
Von 1937 bis 1967 gab es auf dem Gelände des Sägewerks zwei Firmen, die dort anteilsmäßig arbeiteten:

  • Gottlob Frey mit vier Anteilen und
  • Friedrich Kugler und Michael Seeger mit zwei Anteilen

Nach dem Krieg wurden die Anteile der beiden Bauern an die Söhne Fritz Kugler (Gassenbauer) und Fritz Seeger sen. (Gartenweg) vererbt.

Wahrscheinlich 1946, als es an allem mangelte, wurde auf der Säge sogar der lederne Treibriemen gestohlen.
Vermutlich wurde das Leder dringend für Schuhsohlen gebraucht!
Frau Frey musste damals beim Gouvernement fancais in Baden-Baden eine Sondergenehmigung besorgen, um in Reutlingen einen neuen Treibriemen beschaffen zu können.

In der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg war die Nachfrage nach Bauholz riesig. Das Sägewerk Frey lieferte damals große Mengen von Bauholz ins Rheinland, ja sogar bis nach Holland.
Ein hilfreicher Partner beim Transport war dabei das neugegründete Transportunternehmen Seeger.
Von 1950-53 machte Gottlob Frey jun. eine Lehre als Sägewerker im vaterlichen Betrieb.
Da das alte Sägegatter nicht mehr zufriedenstellend arbeitete, wurde es 1956 gegen ein neues mit der doppelten Leistungsfähigkeit ausgetauscht.
Als 1957 Gottlob Frey sen. verstarb, übernahm der Sohn Gottlob die Leitung der Firma. Er legte 1964 mit Erfolg die Meisterprüfung als Sägewerksmeister ab.

Gottlob Frey jun. kam 1962 in ein elsäßisches Sägewerk bei Schirmeck.
Er schaute sich dort interessiert um und traf auf den Platzmeister, der in zunächst genau musterte und dann fragte, woher er käme. Auf die Antwort "aus Schopfloch" fragte dieser Mann wie aus der Pistole geschossen:
"Wie geht's denn dem Christian Winter?”
"Lebt der Küfer Lutz noch?"
"Ist der Detting Karl noch auf dem Bahnhof?"
und nach einer kurzen Pause meint er:
"Und du bist der junge Frey!"
Gottlob Frey staunte nicht schlecht!
Es stellte sich heraus, dass dieser Elsäßer nach dem Krieg bei der Rundholzverladung der Franzosen am Schopflocher Bahnhof mitgearbeitet hat und die Schopflocher dabei kennengelernt hatte.
Vielleicht kann sich in Schopfloch noch jemand an ihn erinnern?
Der Name ist leider nicht bekannt.

Der Holztransport verlagerte sich in den fünfziger Jahren immer mehr von der Schiene auf die Straße. Die Anfuhr des Stammholzes und der Abtransport des geschrittenen Holzes wurde zunehmend von LKW's übernommen. Die beengten Platzverhältnisse beim Entladen der Langholzwagen nach der unübersichtichen Straßenbiegung am Übergang von der Horber Straße in die Dornstetter Staße war immer ein Problem. Zum Glück gab es trotz des stark zunehmenden Verkehrs nie einen Unfall.
1967 konnte Gottlob Frey die restlichen beiden Anteile von den verbliebenen Bauern erwerben.
Er modernisierte den Betrieb erneut und ließ 1970 einen Portalkran aufstellen, der die Arbeit wesentlich erleichterte. Zehn Jahre später wurde das Gatter wieder von den Spezialisten aus Klosterreichenbach erneuert.
Dies wurde notwendig, weil die Jahresleistung in der Zwischenzeit auf ca. 6.000 m³ angewachsen war. Die Produktivität war nach dem Krieg um das Siebzehnfache angestiegen.

(Bild 3) Luftaufnahme des damaligen Sägewerksgeländes aus der Zeit nach 1970.

Man bearbeitete hauptsächlich heimische Hölzer aus den Wäldern von Tübingen bis Wolfach.
Die eingeengte Lage zwischen dem Gebäude der ehemaligen Möbelfabrik Pfau und der Landesstraße L 370 wurde zu einem unlösbaren Problem (siehe Foto). Die
Ausdehnungsmöglichkeiten waren ausgeschöpt, eine moderne Betriebsführung, die notwendigerweise auch mit einer Vergrößerung des Betriebs verbunden gewesen wäre, war an diesem Standort nicht mehr möglich.
So entschloss sich Gottlob Frey 1990 das Sägewerk in Schopfloch aufzugeben.
Er erwarb 1990 ein Sägewerk in Unterwaldach. Verbunden mit dem Umzug nach Unterwaldach übergab er den Betrieb seinem Sohn Bernhard.
Bernhard Frey hatte bereits eine Ausbildung als Holzbearbeitungsmechaniker und Industriefachwirt mit Erfolg durchlaufen und führt nun den Betrieb in der dritten Generation an dem neuen Standort weiter.

 

Ortstafel von Schopfloch aus der Kaiserzeit
Die alte Ortstafel steht, wenn man von Glatten kommt, an der rechten Seite der Glattener Straße. Die gusseiserne Tafel ist an einem Sandsteinpfahl befestigt. Die Tafel ist weifßgrundig mit schwarzer Frakturschrift und dunkelgrünem Rand. Der Sandstein ist etwa 2,60 m hoch und mit den Farben des Königreichs Württemberg rot-schwarz gewendelt gestrichen. Ortstafeln dieser Art waren zwischen 1871 und 1920 in Württemberg offiziell üblich.

(Bild 4)

Die Angaben auf der Tafel besagen, dass Schopfloch als Dorf eingestuft war und zum Oberamt Freudenstadt gehörte.
Die weiteren Angaben beziehen sich auf die Zugehörigkeit zum Militär.
Sie besagen, dass Soldaten aus Schopfloch zum 7. Württembergischen Landwehrregiment in das 1. Bataillon (mit Standort Horb) der 2. Kompagnie (mit Standort Freudenstadt) einrücken mussten. Die Zahl 125 bezieht sich auf die Reichsnummerierung des Oberamts Freudenstadt aus dem Kaiserreich.
Ortstafeln mit solchen militärischen Angaben sind heute selten.

Nr. 02/2001 Die Firma Kibri (Kindler & Briel)

 Schopflocher Skizzen Kibri - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 1
 Schopflocher Skizzen Anzeige - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 2
 Schopflocher Skizzen Preisliste - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 3
 Schopflocher Skizzen 100 Jahre Kibri - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 4
 Schopflocher Skizzen Teile aus Angebotspalette - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 5
 Schopflocher Skizzen Werksgelände - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 6
 Schopflocher Skizzen Werkzeugmacher - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 7
 Schopflocher Skizzen Betriebsgelände - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 8
 Schopflocher Skizzen Tanktrack - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 9
 Schopflocher Skizzen Modelle - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 10
 Schopflocher Skizzen Katalog und 100 Jahre Kibri - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 11
 Schopflocher Skizzen Modell - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 12
 Schopflocher Skizzen Mitarbeiter - Das Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 13

Altes und Neues, Interessantes, Bemerkenswertes und Lustiges aus der Gemeinde Schopfloch
Herausgeber: Gemeinde Schopfloch

Redaktion: Ursula Burkhardt
Nummer: 2 (2001)

(Bild 1)

„Unser Vorbild ist das Original“

Das Handelsregister der Stadt Böblingen von 1895 nennt Wilhelm Kindler sen. und Adolf von Briel als Gründer einer Fabrik für feine Spielwaren.

Der Name „Kibri“ entstand erst 1928 zur Erinnerung an die beiden Firmengründer.

Die Firma feierte bereits 1995 das hundertjährige Bestehen, allerdings ist sie noch nicht so lange in Schopfloch angesiedelt.

(Bild 2) Diese Anzeige vom 22. August 1898 im, Wegweiser für die Keramische, Bronce-, Spiel, Kur, Galanterie- und Papierwaren-Industrie" ist der älteste Hinweis auf die Firma Kindler & Briel (aus der Schrift „100 Jahre Kibri“).

Eine wechselvolle Geschichte kennzeichnet die Entwicklung der Kibri von damals bis heute. Die Anfänge haben noch nicht viel mit Schopfloch zu tun, sind aber für das Verständnis der Zusammenhänge in der Firmengeschichte interessant:

Der wachsende Wohlstand der Birger im 19. Jahrhundert lief mehrere Spielzeugfabriken entstehen, eine davon war die Kibri. Bis heute haben nur zwei Firmen aus der damaligen Zeit überlebt: die Firmen Märklin und Kibri. Bereits zehn Jahre nach der Gründung konnte die Firma mit einem stattlichen Sortiment aufwarten: Die Produktion umfasste 33 Sachgruppen, von denen vier einen gewissen Schwerpunkt bildeten: Freiluftspielzeug, Puppenküchen und Zubehör, Kaufläden und Eisenbahnen.

Aus dem Jahr 1904 ist eine besondere Rarität, das sog. „Musterbuch No. 4“, ein umfangreicher Warenkatalog, im Nachdruck erhalten. Darin wird anschaulich vermittelt, welch großes Angebot an Spielwaren bereits im ersten Jahrzehnt nach der Firmengründung angeboten wurde.

(Bild 3)

Mit dem unglaublich vielfaltigen, detailgetreuen Eisenbahnzubehör der Kibri wird den staunenden Betrachtern gezeigt, wie es früher auf dem Bahnhof zuging. Dies ist Zugleich auch ein Stück Kulturgeschichte, denn vieles davon gibt es heute gar nicht mehr.

(Bild 4)

1912 wurden in Böblingen bereits 42 Mitarbeiter beschäftigt. Zahlreiche Produkte konnten schon damals im Ausland verkauf werden. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden viele Aufträge bereits in Heimarbeit ausgeführt.

Die neuen Produkte wurden auf den Fachmessen, z. B. in Leipzig, Hannover und Nürnberg, vorgestellt, häufig ausgezeichnet und von den Sammlern mit Spannung erwartet.

Die Produktpalette wurde immer wieder den veränderten Anforderungen des Marktes angepasst: Mit der wachsenden Motorisierung wuchs auch das Angebot an Fahrzeugen, Tankstellen und Garagen. Passend zu der großen Zeit der Zeppeline wurde eine Luftschiffhalle angeboten, die heute zu den Sammlerraritäten zählt.

(Bild 5) Teile aus der umfangreichen Angebotspalette an Kaufladen (Quelle: Musterbuch No. 4, S. 51)

Eine schwierige Zeit war der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg. Besonders bemerkenswert ist, dass es damals einem kreativen Mitarbeiter gelang, aus einer gebrauchten Konservendose eine Tankstelle herzustellen. Als Werkstoff gewannen neben Holz und Metall in zunehmendem Maße Kunststoffe an Bedeutung.

Eine große Herausforderung war die zunehmende Kunststoffverarbeitung auch in der Spielzeugherstellung. Neue Maschinen und Werkzeuge wurden erforderlich.

Seit 1958 präsentiert die Kibri ihre Produkte jedes Jahr im neu erbauten Messezentrum bei der Internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg.

1973 fielen die Fabrikanlagen in Böblingen einem Brandanschlag Zum Opfer, bei dem leider auch die komplette historische Mustersammlung ein Raub der Flammen wurde.

Bis zum Neubau der Fabrikationshallen in Böblingen-Hulb wurden zusätzliche Teile in Schopfloch produziert.

 

Die Kibri und Schopfloch:

1963 bezog die Firma Kibri das Gebäude des Werks II der ehemaligen Möbelfabrik Schübel im Schopflocher Gewerbegebiet an der Hörschweiler Straße. Dort wurde hauptsächlich qualitativ hochstehendes Holzspielzeug hergestellt, so z. B. Kaufladen, Kasperletheater, Puppenhäuser und Puppenmöbel.

Das bestehende Fabrikgebäude musste immer wieder vergrößert werden und schon zwei Jahre später entstand der erste Erweiterungsbau. Dorthin wurde die Holzverarbeitung verlegt. Die Vergrößerung des Betriebs machte nun eine Kläranlage, eine eigene Trafostation und den Bau einer Lagerhalle notwendig.

Bis 1966 waren 22 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Erweiterung stieg sie auf das Doppelte an. Die Kunststoffspritzerei und der Formenbau für die gesamte Produktion befinden sich seit 1975 im Schopflocher Werk.

(Bild 6) Das Werksgelände im Jahr 1985

(Bild 7) Die Werkzeugmacher (1975): von links Fritz Kugler, Werner Rosenberger, Wolfgang Stickel, Siegfried Lauter, Erwin Siegel, Josef Kaupp, Lothar Saier, Dieter Worm, Heinz Breithaupt, Wilfried Konrad

Die nächsten Erweiterungen des Schopflocher Werks wurden durch den Umzug der Restproduktion von Böblingen nach Schopfloch notwendig. Als vorläufiger Höhepunkt der Bautätigkeiten wurde im  März 1999 eine sechs Meter hohe Lagerhalle mit rund 4000 m² Fläche in Betrieb genommen. Darin ist das gesamte Warenlager untergebracht.

Insgesamt hat die Firma (1999) 110 Angestellte, von denen ca. 80 im Schopflocher Werk arbeiten. Der Betrieb bildet mehrere Werkzeugmacher und technische Zeichner aus.

(Bild 8) Das Betriebsgelände 1999

In der Vorweihnachtszeit 2000 zeigte die Kibri im Schopflocher Rathaus eine vielbeachtete Ausstellung ihrer Erzeugnisse. Bastler und Sammler bestaunten die vielfaltigen Exponate.

Bastelnachmittage für Kinder rundeten das Angebot ab und sorgten für Spaß und Begeisterung bei den Kids.

(Bild 9) Transprot eines riesigen Tanks (Quelle: 100 Jahre Kibri)

 

Was wird heute in der Kibri produziert?

Während sich die Hauptverwaltung weiter in Böblingen befindet, ist heute die gesamte Produktion, die Lagerung und die Auslieferung in Schopfloch untergebracht.

Dazu gehören nicht nur die vielen filigranen Einzelteile für Modellbahnzubehör, sondern auch das dafür notwendige komplizierte Werkzeug.

Im Vordergrund der Modellpalette stehen die Bausätze für vielfältige bahntechnische Anlagen wie Bahnhofe, Viadukte usw., Gebäude wie Dorf-, Stadt- und landschaftstypische Häuser, Kirchen, Kapellen, Burgen, verschiedene Industrieanlagen, Nutzfahrzeuge wie Lastwagen, Baukräne, Langholzfahrzeuge, Laderaupen und Zubehör zu allen Bereichen.

(Bild 10)

 

Was macht die Produkte der Kibri so besonders wertvoll?

Viele Erzeugnisse aus der langen Geschichte der Kibri sind heute wertvolle Sammlerobjekte, weil sie ein Stick Kulturgeschichte aufzeigen. Zum einen sind es technische Einrichtungen oder Fahrzeuge, die einst den neuesten Stand der Technik repräsentierten, heute jedoch schon längst „veraltet“ oder im Alltag gar nicht mehr vorhanden sind, zum anderen sind die Bausätze keine Phantasieprodukte, sondern möglichst originalgetreue Modelle bestehender Gebäude wie Dorf- oder Stadthäuser, Fachwerkhäuser, Fahrzeuge, Industrieanlagen usw..

Die Modelle werden maßstabsgetreu in HO, N und Z angefertigt, die Größenverhältnisse zwischen Gebäuden, Fahrzeugen und Zubehör sind identisch.

(Bild 11)

 

Wie entsteht ein Kibri-Modell?

Nachdem ein bestimmtes Objekt, z. B. ein Spezialfahrzeug, von den Mitarbeitern ausgewählt wurde, entsteht zuerst eine umfangreiche Fotoserie. Die technischen Zeichner fertigen danach maßstäbliche Skizzen mit allen Details. Diese Skizzen dienen als Vorlagen für ein erstes Modell aus Karton und Papier. Die Modellbauer erstellen ein sog. „Handmuster“, das genaue Abbild des späteren Serienmodells. Nun fertigen die technischen Zeichner exakte Konstruktionszeichnungen. Die Werkzeugbauer stellen die Gussformen anhand der Konstruktionszeichnungen her.

In der Kibri werden Modelle hergestellt, die aus mehr als 500 Einzelteilen bestehen. Zwischen der Entscheidung für ein bestimmtes Modell und seiner Präsentation im Laden liegen nicht selten zwei bis drei Jahre.

(Bild 12)

Das Zusammenbauen der Modelle, die als Bausätze für Bastler angeboten werden, ist unkompliziert. Durch Klippmarkierungen, die 1988 bei der Montage der Bausätze eingeführt wurde, können z. B. Häuser, auch mit Erkern, passgenau und sauber montiert werden.

 

Die Schopflocher Mitarbeiter:

Eine große Zahl von Arbeitskräften der Kibri kommt direkt aus Schopfloch oder den umliegenden Ortschaften. Viele von ihnen wurden hier schon ausgebildet. Zahlreiche Mitarbeiter haben dem Betrieb über viele Jahre die Treue gehalten und konnten bereits ein Betriebsjubiläum feiern. Besonders hervorzuheben ist auch Herr Fritz Söllner, der im Februar 1968 die Leitung des Schopflocher Werks übernahm und sich engagiert und tatkräftig für die Belange der Firma und seiner Mitarbeiter eingesetzt hat. Im Frühjahr 2001 hat er seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten.

(Bild 13)

Nr. 3/2001 Die Bäckerei Ziegler, Firma Koch, Haus und Sanitärtechnik, Schopflocher Flurnamen, Spitzname (Auname) der Schopflocher: "D'Schollawattler"

 Schopflocher Skizzen Bäckerei auf dem Bühl - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 1
 Schopflocher Skizzen Sohn Karl bei der Bäckerlehre - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 2
 Schopflocher Skizzen in der Backstube auf dem Bühl - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 3
 Schopflocher Skizzen in der Backstube in der Hauptstraße - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 4
 Schopflocher Skizzen Grundriss der neuen Bäckerei - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 5
 Schopflocher Skizzen Erster Standort der Firma Koch Garage - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 6
 Schopflocher Skizzen Neuer Firmensitz der Firma Koch - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 7
 Schopflocher Skizzen Einblick aus einer Badausstellung - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 8
 Schopflocher Skizzen Flurnamen - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 9
 Schopflocher Skizzen Schopflocher Schollawattler - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 10

Altes und Neues, Interessantes, Bemerkenswertes und Lustiges aus der Gemeinde Schopfloch
Herausgeber: Gemeinde Schopfloch
Redaktion: Ursula Burkhardt
Nummer: 3 (2001)

(Bild 1)

Eine Bäckerei auf dem Land

Die Bäckerei Ziegler wurde 1924 von Wilhelm Ziegler, dem Großvater des heutigen Besitzers, gegründet. Damals war es üblich, neben der bestehenden Landwirtschaft ein Handwerk auszuüben.

Die Backerei war bis 1989 auf dem Bühl (siehe Bild 1).

In Schopfloch gab es früher noch zwei weitere Bäckereien, den Kohler-Beck und s'Schreiner-Becke (Schultheiß), sowie zwei gemeindeeigene Backhäuser.

In der Backstube von Ziegler's wurde nur zweimal pro Woche im Holzbackofen gebacken.

Verwendet wurde ausschließlich heimisches Weizenmehl und Hefe.

In den Gasthäusern waren Brezeln besonders gefragt. Samstags gab es Schneckennudeln.

Es war die Aufgabe der Bäckerkinder, mit dem Handwägelchen die Backwaren an die Wirtschaften in Dettlingen und Bittelbronn auszuliefern. Die Bauern backten üblicherweise ihr Brot selbst, sodass nur die Leute ohne eigene Landwirtschat, wie z. B. die Familien des Lehrers oder des Bahnhofsvorstehers, ihr Brot beim Bäcker holten.

(Bild 2)

Der Sohn Karl machte eine Bäckerlehre in Dornstetten (siehe Bild 2).

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen er und seine Frau Mathilde den Betrieb. In den ersten Jahren wurde die Landwirtschaft von der Familie Ziegler noch weiter betrieben. Da die Arbeit in der Backstube immer mehr zunahm und die ganze Arbeitskraft von Karl und Mathilde Ziegler beanspruchte, gaben sie die Landwirtschaft auf und bauten die Bäckerei in den folgenden Jahren ständig weiter aus.

Der alte Holzbackofen wurde durch einen neuen Backofen ersetzt, der mit Koks beheizt wurde. Da jetzt täglich gebacken wurde, heizte man den Backofen am Sonntagabend an und ließ ihn erst am Samstag wieder ausgehen.

Als Hefe knapp war, wurde mehr Sauerteig verwendet. Zunehmend waren auch süße Stückle und Plundergebäck gefragt. Für den Verkauf der Backwaren war über Jahrzehnte Maria Ziegler, die Schwester des Bäckermeisters, zuständig.

Die Kundschaft in Dettlingen und Bittelbronn bediente Karl Ziegler anfangs selbst. Mit der Krätze voller Backwaren auf dem Rücken fuhr er mit dem Zug nach Bittelbronn. Zu Fuß ging es über Dettingen nach Schopfloch zurück. Später wurden die frischen Backwaren mit dem Motorrad in die Nachbarorte gebracht. Der „modernen“ Zeit angepasst folgte als nächstes Fahrzeug ein VW-Käfer, dessen Beifahrersitz den Warenkörben hatte weichen müssen und nur zu ganz besonderen Anlässen, meist zu privaten Ausfahrten, umgebaut wurde.

Der Sohn Roland war der erste Lehrling, der von Karl Ziegler ausgebildet wurde.

(Bild 3) In der Backstube auf dem Bühl

Seit 1988 führen Roland Ziegler und seine Frau Regine den elterlichen Betrieb weiter.

Da die Räumlichkeiten auf dem Bühl den ständig wachsenden Anforderungen nicht mehr genügten, wurde nach einem neuen Standort gesucht. Dieser wurde in dem neuerrichteten Geschäftshaus in der Ortsmitte gefunden. Familie Ziegler eröffnete dort 1989 eine Bäckerei mit Lebensmittelmarkt.

Im selben Jahr wurde in Freudenstadt die erste Filiale eröffnet. Da es in Freudenstadt schon eine Bäckerei Ziegler gab, wurde aus diesem Anlass das Firmenlogo geändert:

Seither heißt der Betrieb: „Ziegler's Backstube“

(Bild 4) In der Backstube in der Hauptstraße

Bereits nach zwei Jahren wurde die neue Backstube in der Ortsmitte zu klein. Zunächst konnte von der Gemeinde ein Teil der danebenliegenden Tiefgarage angemietet werden.

Der Mietvertrag war jedoch auf fünf Jahre befristet und konnte auf Dauer nicht verlängert werden.

So ging es erneut um das Problem, ausreichend große Räumlichkeiten zu schaffen, die eine moderne Betriebsführung mit rationellen Arbeitsabläufen erlauben.

Die Erschließung einer größeren Gewerbefläche am Ortseingang aus Richtung Dornstetten ermöglichte einen großzügigen Neubau. Dieser wurde 1997 in Betrieb genommen.

Jetzt gibt es ausreichend Platz für alle Teilbereiche. Die Planung der Produktionsfläche wurde genau auf die erforderlichen Arbeitsabläufe zugeschnitten:

vom Mehlsilo geht der Arbeitsablauf über die Teigmacherei, die Aufarbeitung der Teige an den Arbeitstischen zu den Backöfen und zur Verteilung an die einzelnen Geschäfte.

(Bild 5) Grundriss der neuen Bäckerei

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Fläche für die Verteilung der fertigen Backwaren ungefähr ein Drittel der Produktionsfläche beträgt.

Neben zehn eigenen Geschäften werden auch Kantinen namhafter Firmen, Lebensmittelgeschäfte, Kliniken und gastronomische Betriebe mit frischen Backwaren beliefert.

Eine wesentliche Erleichterung stellt ein computergesteuerter Roboter dar, der die Beschickung der Backofen übernimmt und so den Bäckern die körperlich schwere Arbeit des Broteinschießens abnimmt. Eine moderne EDV-Anlage unterstützt die Mitarbeiter bei der Planung und Durchführung aller notwendigen Arbeiten. So werden z. B. aus den mit dem Zentralcomputer in Schopfloch vernetzten Geschäften täglich alle notwendigen Informationen automatisch abgerufen. Aus diesen Angaben werden benötigte Mengen berechnet und ein Backzettel ausgedruckt. So wissen die Mitarbeiter genau, was und wieviel in der Nacht gebacken werden muss. Der ebenfalls ausgedruckte Versandzettel erleichtert das Herrichten der Backwaren für die einzelnen Geschäfte, an die frühmorgens ausgeliefert wird.

Da in der Bäckerei der Qualitätsanspruch, möglichst frische Ware zu liefern, sehr ernst genommen wird, müssen die Versandzettel mehrmals in die Hand genommen werden. Die frischen Brötchen kommen nämlich als Letztes vor dem Verschicken aus dem Ofen.

Besonderer Wert wird bei Ziegler's auf traditionelle, handwerkliche Herstellung der Brot und Backwaren gelegt. So werden z. B. die Körner für Brot und Brötchen täglich frisch gemahlen und mit eigenem Natursauerteig gebacken. Das Brot wird im gleichen Ofentyp wie vor 30 Jahren gebacken. Außerdem wird sehr darauf geachtet, eine gleichbleibend gute Qualität zu liefern. Alle Backwaren werden ständig von Fachleuten geprüft. Immer wieder werden neue Brot- und Brötchensorten angeboten, um den veränderten Kundenwünschen Rechnung zu tragen, so z. B. das Schopflocher Landbrot, ein rustikales, grobporiges Brot aus einem weichen Teig, das von Hand ausgebrochen und weiter bearbeitet wird.

Das Angebot an Backwaren umfasst ca. 30 Brotsorten, 30 Sorten Kleingebäck, 50 Sorten süßes Gebäck, 35 Sorten Kuchen und Schnitten, 25 Sorten Torten und Rouladen und 6 Sorten Zöpfe

Spezialitäten sind z. B.

  • die weitbekannte Laugenbrezel, die auch heute noch von Hand geschlungen und mehrmals täglich frisch gebacken wird,
  • das Chanet- und das Ährenbrot,
  • das Schopflocher Landbrot und
  • das Fünfkornquarkbrot für die ernährungsbewussten Kunden.

In dem kleinen Laden neben dem Produktionsbereich werden täglich ab 5:30 Uhr frische Backwaren angeboten. Diese frühe Öffnungszeit kommt den zahlreichen Berufspendlern sehr entgegen. Die Lage an der Durchgangsstraße von Dornstetten nach Horb und die günstigen Parkmöglichkeiten führen immer mehr Menschen mit großem Hunger und wenig Zeit in das angeschlossene Stehcafé. Täglich um die Mittagszeit werden zwei warme Gerichte angeboten: meist ist es ein traditionelles Gericht, wie z. B. Schnitzel mit Kartoffelsalat (von der Seniorchefin gemacht und von der Kundschaft hochgelobt) und ein Nudelgericht, natürlich mit selbstgemachten Nudeln aus der Bäckerei Ziegler.

 

Die Firma Koch, Haus- und Sanitärtechnik
Die Firma Koch war der erste Betrieb, der sich nach einem vorgezogenen Genehmigungsverfahrenim neuen Baugebiet an der Hörschweiler Straße niederließ. Heute floriert derBetrieb und ist aus der Palette der Schopflocher Handwerksbetriebe nicht mehr wegzudenken.

 

Entwicklungsgeschichte
Der Installationsmeister Martin Koch gründete am 01.09.1984 eine Firma für Haus- undSanitärtechnik. Erster Standort war die Garage seines Privathauses in der Goethestraße 8in Schopfloch. Als Werkstatt- und Lagerfläche standen damals ca. 35 m² zur Verfügung. DieAufträge wurden immer mehr, sodass bereits im Frühjahr 1985 ein zweiter Mitarbeitereingestellt werden musste.

(Bild 6) Erster Standort Garage

Mit wachsender Auftragslage wurde die Garage zu klein. Im Gebäude der ehemaligen Möbelfabrik Pfau in der Dornstetter Straße 2 fand der Betrieb geeignete Räumlichkeiten.

Auf 250 m² konnte nun eine richtige Werkstatt eingerichtet werden. Die Zahl der Mitarbeiter stieg ständig.

Weil auch der Platz dort bald nicht mehr ausreichte, wurde ein eigenes Gebäude im Gewerbegebiet „Bohläcker“ geplant und verwirklicht.

Seit 21.12.1991 ist der Firmensitz dort an der Hörschweiler Straße 4. Hier stehen großzügige Räume für Lager, Werkstatt, Büro, Sozialräume und Bäderausstellung zur Verfügung: 600 m² für das Lager, 400 m² für die Werkstatt, 100 m² für das Büro und 100 m² für die Ausstellung. Damals wurden 10 Mitarbeiter beschäftigt.

(Bild 7) Der neue Firmensitz an der Hörschweiler Straße

Im Februar 1992 wurde die Firma in eine GmbH umgewandelt. Geschäftsführer ist Martin Koch. Den bereits bestehenden Abteilungen Sanitär und Flaschnerei wurde 1996 eine Heizungsabteilung angegliedert.

Aus kleinsten Anfängen entstand hier ein leistungsfähiger Handwerksbetrieb, der im Jahr 2000 neben dem Geschäftsführer 2 Meister, 9 Monteure, 2 Lehrlinge und 2 Büroangestellte beschäftigte.

Einige von ihnen sind schon recht lange dabei (Angaben aus dem Jahr 2000):

  • Gerlinde Kugler ( kaufmännische Angestellte) 16 Jahre,
  • Eberhard Schaber ( Gas- u. Wasserinstallateur) 13 Jahre,
  • Ernst Burger ( Gas- u. Wasserinstallateur ) 11 Jahre,
  • Alexander Dettling ( Heizungsbauer ) 11 Jahre,
  • Thomas Fischer (Gas- u. Wasserinstallateur ) 11 Jahre.

Im Jahr 2000 wurden 2 Lehrlinge ausgebildet: Ein Gas- / Wasserinstallateur und ein Heizungs- / Lüftungsbauer haben ihre Lehre begonnen.

Zusätzlich zu den traditionellen Tätigkeiten, wie den Installationen im Gas- und Wasserbereich, werden immer mehr Arbeiten im Bereich der Lüftungstechnik ausgeführt. Die Erstellung einer Druckluftanlage in Dresden und der Einbau einer Großanlage in der Bäckerei Ziegler in Schopfloch gehören zu den größten Auftragen der letzten Jahre. Auch größere Aufträge der Homag aus dem Bereich der Haustechnik stellen immer neue Anforderungen an die qualifizierten Mitarbeiter.

Aufrage für Badrenovierungen und Badneugestaltungen nehmen in der letzten Zeit einen immer größeren Raum ein.

(Bild 8) Einblick in die Badausstellung im Firmengebäude

Der Wirkungsbereich der Firma Koch reicht von Reutlingen, Rottweil und Rastatt bis Calw und Stuttgart.

Das Leistungsspektrum wird einer interessierten Öffentlichkeit immer wieder vorgestellt.

Schopflocher Flurnamen
Flurnamen stammen meist aus alter Zeit und geben uns heute Auskunft über mancherlei.kulturgeschichtliche Hintergründe. Kelten, Römer, Alemannen und Franken haben in denFlurnamen sprachgeschichtliche Spuren hinterlassen, die oftmals mundartlich „angepasst“ wurden. Deshalb kann die Bedeutung mancher Flurnamen heute nicht mehr eindeutig geklärt werden. Im Folgenden sollen einige Flurnamen, die auch heute noch gebräuchlich und teilweise auch in Straßennamen erhalten sind, erläutert werden.

„Laiber“: Der Begriff bedeutet „Leiber“ und „Leben“. Dort wurden Alemannengräber gefunden.

„Balmen“: „balm"” oder „barm“ bedeutet überhängender Fels, auch Höhle. Am Balmen fällt das Gelände steil ab zur Bahnlinie.

„Schlossberg“: Auf dieser leichten Anhöhe in der Dorfmitte hat nie ein Schloss gestanden. Der Name kommt vermutlich daher, dass dort in früher Zeit das Haus der Ortsherren stand.

„Bräunles Halde": Der Name ist wohl vom Familiennamen Braun abgeleitet und bezeichnet den Besitz am Abhang. Heute liegt dort die Erddeponie und das Recycling-Center der Gemeinde.

„Bohläcker“: Das alte Wort „bol“ bedeutet Anhöhe, Erhebung. Lange wurde vermutet, dass unter dem Bohl ein Hügelgrab liegt. Es ist auch denkbar, dass dort Grundmauern einer mittelalterlichen Befestigungsanlage liegen. Allerdings wurde im heutigen Industriegebiet „Bohläcker“ nie gegraben, um endgültige Gewissheit zu bekommen. Auch der Name „Bühl“ bezeichnet eine Anhöhe im Dorf, die vom Bahnhof her unschwer zu erkennen ist.

„Pfaffenholz“: „Pfaffe” steht für Pfarrer, „holz“ bedeutet Wald, d. h, dieser Wald gehörte dem Ortspfarrer oder sein Ertrag wurde als Zinspflicht an ein Kloster bezahlt. Heute liegt das Sportgelände der Gemeinde im Pfaffenholz.

„Saihalde“: Heute auch „Seehalde“ geschrieben, verweist auf einen See, der bei anhaltenden Niederschlägen auch heute noch rechts von der alten Oberiflinger Straße entsteht.

„Rödelsberg“: „Raidel” oder „Reitel” sind dicke Prügel „Reite” ist eine zugerichtete Stelle, „Raiden“ eine eckige Bergform. Die genaue Bedeutung ist nicht klar. Heute befindet sich auf dem Rödelsberg ein Wasserreservoir mit einer Aussichtsplattform. Bei klarer Sicht ist ein weiter Blick von den Bergen der Schwäbischen Alb über die Schweizer Alpen, den Südschwarzwald und die Berge des nahen Nordschwarzwaldes möglich.

„Kugelburg“ – „Burg“ – „Bürgental“. Alle drei Flurnamen verweisen auf die ehemalige Befestigungsanlage. Die Schreibweise „Birkental” ist wohl auf die undeutliche Aussprache zurückzuführen.

(Bild 9) Quelle Festschrift zur 1200-Jahrfeier

„D' Schollawattler”
Die Einwohner jeder Ortschaft im Schwabenland wurden seit langer Zeit mit „Spitznamen“ versehen. Die Entstehungsgeschichte beruht häufig auf einem lustigen Ereignis, aber auch auf Sitten, Gebräuchen und landschaftlichen Besonderheiten. In der heutigen Zeit geben sie vielfach auch Auskunft über kulturgeschichtliche Hintergründe.

Mit diesen Übernamen, auch „Auname“ (Unname) wurden die Bewohner eines Fleckens humorvoll charakterisiert, gelegentlich auch gehänselt.

Da die Schopflocher Markung auf Muschelkalk liegt und sich bei Regenwetter auf den Ackern im Lehmboden schwere Schollen bilden, nannte man die Schopflocher „die Schollenwattler“. Das „Wattler” kommt von „waten“ = „schwer, mühsam gehen”.

Die Schopflocher „Schollenwattler” sind also Bauern, die sich mühsam auf ihren schweren, lehmigen Ackerschollen vorwärts bewegen.

Dabei muss man aber wissen, dass der schwere Lehmboden fruchtbarer ist, als der magere Sandboden mancher Nachbarorte. In Schopfloch wächst Weizen, dort nur Roggen.

(Bild 10)

Text und Foto: Manfred Maier

Nr. 1/2002 Kunstschmiede Peter Haizmann, Oberiflingen

 Schopflocher Skizzen Bild vom Wasserturm Oberiflingen - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 1
 Schopflocher Skizzen Logo von Herrn Haizmann - Bild wird mit einem Klick vergrößert
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 Schopflocher Skizzen Herr Haizmann zusammen mit Auszubildendem - Bild wird mit einem Klick vergrößert
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Bild 5
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Bild 7
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Bild 8
 Schopflocher Skizzen Ganzstahlplastiken - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Bild 9

Altes und Neues, Interessantes, Bemerkenswertes und Lustiges aus der Gemeinde Schopfloch
Herausgeber; Gemeinde Schopfloch
Redaktion: Ursula Burkhardt

Nummer: 1 (2002)

(Bild 1) Foto "Wasserturm in Oberiflingen" von Karl-Heinz Kübler

(Bild 2)

Man schüttelt den Kopf, wenn man liest, dass Metall leben soll. Einem Laien erscheint das unglaubhaft.

Wer kommt nur auf so einen Spruch?

Dass Metall lebt, das kann nur einer behaupten, der diesen Werkstoff genau kennt, ihn schätzt, beherrscht und zum Leben erwecken kann.

So ein Meister seines Faches lebt und arbeitet in Oberiflingen: Der Kunstschmied Peter Haizmann.

(Bild 3) Foto 2001, Peter Haizmann und Auszubildender Jan Scholz

Wer ist Peter Haizmann?
Nach dem Abschluss seiner Schulausbildung an der Grund- und Hauptschule in Schopflochbegann er 1975 seine berufliche Ausbildung in der Werkstatt des Kunstschmieds AntonArmbruster in Horb-Diessen.

Die Lehre schloss er 1978 als Innungsbester ab. Sein Gesellenstück war eine zweiflügelige Rundbogentüre.

In den folgenden Ausscheidungswettbewerben wurde er anschließend Kammersieger und Landessieger. (Jeweils die zwei besten Schmiede und Schlosser aus jedem Bundesland wurden zu einer viertägigen Prüfung nach Northeim bei Hannover zugelassen. Neben einer schriftlichen Prüfung, die verschiedene, auch allgemeinbildende Fächer umfasste, wurde im praktischen Teil das Schmieden, Feilen, Herstellen von Drehteilen, sowie die Gestaltung eines Werkstücks vom Entwurf bis zur Herstellung, verlangt.)

Peter Haizmann schaffe auch diese Hürde und wurde Bundessieger im Schmiedehandwerk.

Als Geselle arbeitete er weitere 4 Jahre in seinem Lehrbetrieb und schloss seine berufliche Ausbildung im Juli 1983 mit dem erfolgreichen Besuch der einjährigen Schlosser- und Schmiedemeisterschule in Göppingen ab.

Als Meisterstick fertigte er ein Aushängeschild für den eigenen Betrieb, das heute sein Wohnhaus ziert.

(Bild 4)

Seit 1983 ist Peter Haizmann selbständig. Der Sitz seines Betriebs ist am Zimmerplatz 4 in Schopfloch-Oberiflingen.

Er beschäftigt z. Zt. (Jan. 2002) einen Gesellen, einen Auszubildenden, eine Angestellte und zwei Aushilfskräfte.

(Bild 5) Foto 2001, Erweiterung des Schlossereigebäudes Fertigstellung im Jahr 2000, Ansicht von Süden. Das in massiver Bauweise erstellte Untergeschoss dient Lagerzwecken.

Neben Stahl verarbeitet er auch Edelstahl, Messing, Schmiedemessing, Schmiedebronze und Aluminium.

Die Ergebnisse seiner Arbeit sind vielfältig:

  • Lampen, Leuchter, Garderoben, Grabkreuze, Wetterfahnen,
  • Fenstergitter, Balkon- und Treppengeländer,
  • Werbeschilder, Messeständer für Informationsmaterial,
  • Zaunanlagen, Tore, Türen,
  • Möbelbeschläge und, und, und...

Seine Produkte werden in den unterschiedlichsten Stilrichtungen hergestellt und sind im weiten Umkreis verstreut:

  • in Radolfzell eine Reiherplastik und verschiedene Wandplastiken,
  • Kofferwagen in der „Traube“ in Tonbach,
  • das Tourist-Informationsschild in Dornstetten,
  • Türdrücker im „Hotel Bareiss“ in Mitteltal,
  • ein Metallbild in Slowenien,
  • ein Deckenleuchter bei Windhuk in Namibia,
  • Ständer für Prospekte, die die Firma Fischer, Waldachtal, weltweit in ihren Betrieben verwendet,
  • Fenstergitter, Balkon- und Treppengeländer in zahlreichen Privathäusern der näheren Umgebung.

(Bild 6)

Seit ca. 5 Jahren gestaltet er neben den eher konventionellen Aufträgen auch künstlerische Metallobjekte nach eigenen Entwürfen, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen,

  • so z. B. Ganzstahlbilder aus den verschiedensten Metallen und mit unterschiedlicher Farbgebung, (Bild 7)
  • Plastiken auf Stein, wie z. B. Libellen, Schmetterlinge, Reptilien aus Eisen oder Buntmetallen, (Bild 8)
  • Ganzstahlplastiken für Garten, an Teiche oder für Wohnräume (Bild 9)
  • und es fällt ihm immer wieder etwas Neues ein!

Neben praktischen Problemlösungen hat sich Peter Haizmann durch seine künstlerischen Objekte ein zweites Standbein geschaffen. In beiden Fällen steht am Anfang ein gründlicher Denkprozess aus dem der erste Entwurf hervorgeht. Es folgt die Entwicklung und Erprobung bis zur handwerklichen Fertigung.

Einer zeitgemäßen, praktischen und optisch ansprechenden Gestaltung gilt dabei sein Hauptaugenmerk.

Ausstellungen in der näheren Umgebung seines Wohnorts in Baiersbronn, Dornstetten, Empfingen und Oberiflingen zeigten der interessierten Kundschaft das große Spektrum des handwerklichen Könnens und der gestalterischer Ideen von Peter Haizmann.

Von Nov. 98 - März 99 fand eine Ausstellung mit künstlerischen Metallobjekten aus der Werkstatt Haizmann im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau großes Interesse der Besucher.

Dass ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von Peter Haizmann eine umfassende Lehrlingsausbildung ist, zeigt sich daran, dass Ingo Rues aus Dornhan, der von Peter Haizmann ausgebildet wurde, dritter Bundessieger beim praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend 2001 wurde. Als Prüfungsbester in der Gesellenprüfung seines Berufs musste Ingo Rues nacheinander erster Kammersieger und erster Landessieger werden, um sich an der Bundesausscheidung beteiligen zu können.

Auch dieses Ergebnis seiner Arbeit macht Peter Haizmann und sein ganzes Team stolz.

Nr. 2/2002 Die erste Frau mit Führerschein in Schopfloch, Die Wappen von Schopfloch, Ober und Unteriflingen, neues Wappen Gesamtgemeinde

 Schopflocher Skizzen Altes Foto der Gemeinde - Bild wird mit einem klick vergrößert
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 Schopflocher Skizzen Weinfass wird auf Auto verladen - Bild wird mit einem klick vergrößert
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 Schopflocher Skizzen Führerschein von Frau Winter - Bild wird mit einem klick vergrößert
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 Schopflocher Skizzen Altes Wappen Schopfloch - Bild wird mit einem klick vergrößert
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Bild 8

Altes und Neues, Interessantes, Bemerkenswertes und Lustiges aus der Gemeinde Schopfloch
Herausgeber: Gemeinde Schopfloch
Redaktion: Ursula Burkhardt
Nummer: 2 (2002)

(Bild 1) Foto: "Es war einmal" Bernd Eberhardt, Schopfloch

Die erste Frau mit einem Führerschein in Schopfloch

Man könnte fast sagen: „Wie das Leben so spielt ...“

So manches über das man heute staunt, hat eigentlich ganz unspektakulär angefangen. So auch diese Geschichte:

Bedingt durch eine Kriegsverletzung war Küfermeister Christian Winter (1888 - 1960) nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg (…) bevorzugt im Postdienst als Briefträger eingestellt worden. Die Post war damals im Kolonialwarengeschäft Jakob Maier in der Bühlstraße untergebracht.

Zweimal täglich musste er mit einem Handwagen auf den Bahnhof, um Post und Pakete am Postwagen, der am Zug angehängt war, abzuholen oder abzuliefern. Bei dieser Tätigkeit hatte er natürlich täglich mit dem „Postfräulein“ Maria Reutter aus Tumlingen zu tun. Maria Reutter (1897 - 1974) und der Briefträger und Küfermeister Christian Winter heirateten 1920.

Der Tag der Hochzeit hinterließ bei Maria tiefe Eindrücke. Sie wurde von ihrem Bräutigam mit der Königskutsche aus dem Besitz der Familie Schübel zuhause in Tumlingen abgeholt, begleitet von einem Leiterwagen mit mehreren Freundinnen und Freunden.

Neben seiner Tätigkeit als Briefträger und der Küferei betrieb Christian Winter auch einen Weinhandel. Die geschäftliche Aufwärtsentwicklung brachte es mit sich, dass ein Fahrzeug angeschafft werden musste. Man entschied sich für einen schwarzen 2 l-Opel.

(Bild 2) Foto: 1938, Das Weinfass wird auf den Anhänger festgezurrt. Die Fahrt kann losgehen, die Kundschaft wartet.

Es war damals geradezu sensationell, dass Maria Winter 1935 als erste Frau in Schopfloch den Führerschein Klasse 3 machte. Fahrlehrer Waldner aus Horb war ihr Lehrmeister und sie erzählte oft, dass sie schon an der Stellung seiner Zigarre sehen konnte, ob das, was sie während der Fahrstunden tat, richtig oder falsch war.

(Bild 3)

Nun war sie häufig mit dem schwarzen Opel auf den damals recht staubigen Schotterstraßen unterwegs. Ganz selbstverständlich brachte Maria Winter mit dem Auto und Anhänger die Weinfässer zur Kundschaft.

Die Familie Winter war auch in anderen Dingen recht fortschrittlich. So befand sich z. B. in ihrem Haus auch eines der ersten wenigen Telefone im Amt Dornstetten mit Nummer 82.

Frau Winter war eine begeisterte und beliebte Autofahrerin und öfter auch damit beschäftigt, jemand ins Krankenhaus zu fahren, z. B. wenn eine Geburt bevorstand. Bis in die letzten Kriegstage wurde sie mit ihrem Auto für Freud- und Leidfahrten gerne in Anspruch genommen. Beim Einmarsch der Franzosen am 17. April 45 wurde der PKW sofort beschlagnahmt.

Später wurde von Winters wieder ein fast identisches Auto erworben.

(Bild 4) Foto: Familie Winter mit den Kindern Christian, Else und Ernst

Von ihren 5 Kindern lebt heute noch der Sohn Ernst (Altbürgermeister) in Schopfloch.

Die Tochter Else lebt in Frankreich.
(Mit freundlicher Unterstützung von Ernst Winter)

 

Die Wappen von Schopfloch (Bild 5)
(Quelle: Jahrbuch für den Kreis Freudenstadt 1986)

1. Wappen der früheren Gemeinde Schopfloch

In Silber auf grünem Boden zwischen zwei grünen Tannen eine rote Scheune mit offenem Tor.

Deutung:
Dieses Wappen ist ein „redendes Wappen“: Schopf = Scheuer und Loch / Lohe = Wald.

Verleihung:
Das Wappen wurde bereits seit 1840 im Siegel geführt. Nach Angaben des Hauptstaatsarchivs wurde es 1956 in seiner endgültigen Form festgelegt.

Anmerkung:
Die Lehenshoheit über einen Hof in Schopfloch, vielleicht auch über den ganzen Ort, hattenim 13. Jahrhundert die Pfalzgrafen von Tübingen der Horber Linie, möglicherweise auch zeitweilig die Grafen von Hohenberg.

Der Ort gehörte später zur geroldseckischen Herrschaft Loßburg und wurde mit dieser 1501 an das Kloster Alpirsbach verkauft, von diesem 1526 an die von Hornberg veräußert, die den Ort 1589 an Württemberg verkauften.

Es wurde dem Amt und späteren Oberamt Dornstetten zugewiesen und kam 1807 / 1808 zum Oberamt und 1938 zum Altkreis Freudenstadt.

Am 01.07.1974 vereinigte sich Schopfloch mit Oberiflingen und Unteriflingen zur neuen Gesamtgemeinde Schopfloch.

Das alte Wappen der früher selbstindigen Gemeinde Schopfloch ist erloschen.

 

2. Das Wappen der Ortschaft Oberiflingen (Bild 6)

In Rot unter einem sechsstrahligen goldenen (gelben) Sten eine goldene (gelbe) Egge.

Deutung:
Die Egge wurde einem Fleckensiegel um 1820 entnommen, der Stern dem Wappen der Herren von Neuneck.

Die Wappenfarben Gold und Rot waren ebenso die Farben der Herren von Neuneck.

Verleihung:
Mit Erlass vorm 21. Oktober 1957 hat das Innenministerium Baden-Württemberg der Gemeinde Oberiflingen ihr früheres Wappen unter Beigabe eines Beizeichens und der Wappenfarbe bestätigt.

Anmerkung:
Oberiflingen gehörte größtenteils zur geroldseckischen Herrschaft Loßburg und wurde mit dieser 1501 an das Kloster Alpirsbach verkauft.

Mit Alpirsbach kam es an Württemberg. Oberiflingen gehörte bis 1806 zum Klosteramt Alpirsbach, ab 1807 / 1808 zum Oberamt, ab 1938 zum Altkreis Freudenstadt. Oberiflingen verlor am 01.07.1974 seine Selbstständigkeit.

Das Wappen der früher selbständigen Gemeinde Oberiflingen ist erloschen.

 

3. Das Wappen der Ortschaft Unteriflingen (Bild 7)

In Blau eine fünfblättrige bewurzelte goldene (gelbe) Lindenstaude.

Deutung:

Der einstige Ortsadel der Ifinger führte eine goldene Lindenstaude in rotem Schild.

Da dieses Wappen aber bereits von der Gemeinde Lackendorf, Kreis Rottweil, angenommen worden war, wurde hier zur Unterscheidung ein blauer Schildgrund gewählt.

Verleihung:

Mit Erlass vom 16. März 1957 hat das Innenministerium Baden-Württemberg der Gemeinde Unteriflingen das Recht verliehen, ein Gemeindewappen zu führen.

Anmerkung:

Der Ortsadel ist 1085 und 1095 erstmals mit Bubo von Ueningen bezeugt, Unteriflingen kam früh an die Herrschaft Neuneck und mit dieser über die von Ehingen und von Closen an Württemberg. Der Ort gehörte stets zum Amt bzw. Oberamt, seit 1938 zum Altkreis Freudenstadt.

Unteriflingen verlor am 01.07.1974 seine Selbständigkeit.

Das Wappen der früher selbstindigen Gemeinde Unteriflingen ist erloschen.

 

4. Das neue Gemeindewappen (Bild 8)

Unter goldenem (gelbem) Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, in Rot ein goldenes (gelbes) Tatzenkreuz mit je drei schwarzen Punkten an den Enden der Arme.

Deutung:

Die schwarze Hirschstange in Gold ist dem Wappen des Hauses und des Landes Württemberg entnommen, dem die drei Teile der heutigen Gemeinde Schopfloch über lange Zeit unterstanden (Schopfloch seit 1589, Oberiflingen seit 1534, Unteriflingen seit 1614).

Das goldene griechische Kreuz (Kreuz mit gleich langen, hier nach außen verbreiterten Balken), weist auf die Frühgeschichte von Oberiflingen mit seiner Kirche hin. Östlich der Kirche wurde im Jahr 1896 ein Grabhügel ausgegraben, in dem, den Beigaben nach zu schließen, (vermutlich) in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts ein Alemanne mit seiner Frau bestattet worden war; unter den Beigaben war ein sog. Goldblattkreuz (2,8 cm).

Beide gehörten, der Art ihrer Bestattung nach, dem alemannischen Adel an; mindestens die Frau bekannte sich zum christlichen Glauben. Die beiden in dem Hügel Bestatteten oder andere Angehörige ihres Geschlechts dürfen die Stifter der Kirche Sankt Michael gewesen sein.

Oberiflingen war allem Anschein nach der Mittelpunkt einer alemannischen Adelsherrschaft.

Rot und Gold als Wappenfarben galten im Mittelalter als ein Kennzeichen für Angehörige des schwäbischen Adels, in gewissem Sinn also als Farben der Schwaben.

Verleihung:

Mit Erlass vom 04. Juli 1978 hat das Landratsamt Freudenstadt der Gemeinde Schopfloch das Recht verliehen, ein Gemeindewappen zu führen, sowie eine Flagge in Gelb – Rot (Gold - Rot).