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Aktuelles aus Schopfloch: Gemeinde Schopfloch

Hauptbereich

Aktuelles aus Schopfloch
Autor: Gemeinde Schopfloch
Artikel vom 12.05.2022

Rückblick auf den Festakt „1250 Jahre Schopfloch“ Teil I

Gedanken zu 1250 Jahren Schopfloch von Bürgermeister Klaassen

Gemeinsam mit Ihnen möchte ich eine Zeitreise von 1972 bis heute begehen und aus verschiedenen Blickwinkeln unser Geburtstagskind betrachten.

Zum damaligen Jubiläum erschien eine bemerkenswerte Festschrift mit dem Titel „Gemeinde Schopfloch 1200-Jahr-Feier“, auf die ich gerne im Zusammenhang mit der jüngst erschienenen Jubiläumsschrift 2022 verweise.

Wenn wir uns der Geschichte von Schopfloch nähern stellt sich auch die Frage was bedeutet eigentlich der Ortsname „Schopfloch“?

„Schopf“ steht für Hütte und Lohe ist eine frühere Bezeichnung für Wald. So ist es auch auf dem Wappen der alten Gemeinde Schopfloch abgebildet. Schopfloch steht also für eine Hütte im Wald, denn Land- und Forstwirtschaft prägen unsere Gemeinde von alters her. Mit Hütte verbinden wir eine warme Stube und Geborgenheit. Das ist gerade in der aktuellen Lage Europas ein starkes Bild!

Als meine Frau und ich 1990 hierherkamen, empfanden wir vielfältige Eindrücke. Uns ist sofort die besondere Freundlichkeit der Menschen und deren herzliche Aufnahme in starker Erinnerung, die wir von Anfang an erfahren durften.

Neu war für uns damals die hier gesprochene Variante des schwäbischen Dialekts. So konnte ich zunächst mit dem Begriff „veilmol“ nicht viel anfangen. Es bedeutet „oft“.

Man kocht in der „Kuche“ und hod d´Zeitung „glosa“ und net glesa.

Auch die Nähe zur gar nicht mehr so weit entfernten Schweiz macht sich hier schon sprachlich bemerkbar, denn es isch net ebbes „gwäh“ sondern „gsei“.

Rückblick

Was hat sich also seit 1972 in den letzten 50 Jahren in Schopfloch ereignet?

Und über welche Zukunftsperspektiven verfügen wir?

Zunächst der Blick in den Rückspiegel:

Am 1. Juli 1974 schlossen sich die damals noch selbstständigen Gemeinden Schopfloch, Oberiflingen und Unteriflingen zur neuen Gemeinde Schopfloch zusammen. Durch diesen bedeutenden Schritt sollte die Zukunft der neu entstandenen Gemeinde – auch die der Ortschaft Schopfloch – auf eine solide, zukunftsfähige Grundlage gestellt werden. Damals zählte der Ortsteil Schopfloch 1015 Menschen, heute können wir mit 1527 Einwohnerinnen und Einwohnern einen Zuwachs von ca. 50 % verzeichnen.

Die Infrastruktur konnten Gemeinderat und Verwaltung gemeinsam mit der Bürgerschaft weiter voranbringen. So wurde 1982 das neue Rathaus in der damals neu gestalteten Ortsmitte bezogen.

Es erfolgte ständig die Weiterentwicklung der Wasserversorgung und gleichzeitig wurde die Reinigung des Abwassers stetig verbessert um nur die wichtigsten Punkte der öffentlichen Daseinsvorsorge zu nennen. Einhergehend mit der Daueraufgabe Dorfsanierung und weiteren wichtigen Angeboten in der Dorfmitte eröffnete Ende der 1980er-Jahre der neue Dorfladen der Bäckerei Ziegler.

Von 2008 bis 2016 vollendete die Gemeinde den Ausbau der Schule zu einem modernen neuen Schulzentrum einer Gemeinschaftsschule mit der Eugen-Hornberger-Halle und der Veranstaltungshalle sowie der Erweiterung des Kindergartens „Arche“.

2006 führte die Bahn den neuen Taktverkehr ein, der bequeme Fahrten nach Karlsruhe, Straßburg und vor allem Richtung Stuttgart ermöglicht.

2012 konnten wir uns über die so lang ersehnte Umgehungsstraße im Zuge der B 28 freuen, die Schopfloch vom Durchgangsverkehr deutlich entlastet.

Von 1989 – 2018 lief das aufwändige Flurneuordnungsverfahren, das die Basis für eine auch auf die Zukunft ausgerichtete Landwirtschaft darstellt.

Aktuell erfolgt der Aufbau eines Nahwärmenetztes bei gleichzeitiger Verlegung von Glasfaserleitungen.

Das sind einige – längst nicht alle – Meilensteine, die wir gemeinsam bewältigt haben.

Wir befinden uns glücklicherweise in einer Region, in der ganz offensichtlich viele kluge Köpfe den Grundstein für Wohlstand und vielversprechende Aussichten gelegt haben. Aus Schopflocher Sicht nenne ich hier nur die beiden Homag-Gründer Eugen Hornberger und Gerhard Schuler.

 Eugen Hornberger - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Eugen Hornberger
 Gerhard Schuler - Bild wird mit einem Klick vergrößert
Gerhard Schuler

Diese hatten mit diesem heute weltweit tätigen Unternehmen die Grundlage für das Auskommen von vielen Familien in der Gemeinde sowie der näheren und weiteren Umgebung gelegt.

Auch andere Unternehmen in Schopfloch konnten sich erfolgreich weiter entwickeln und damit das Wirtschaftsleben positiv beflügeln und bereichern.

Ja, es hat sich hier in den letzten 50 Jahre vieles zum Wohle unserer Gemeinde entwickelt.

Zukunftsperspektiven

Neben dem dankbaren Rückblick komme ich jetzt zu den Zukunftsperspektiven. Sie sind erfreulich und hoffnungsvoll. Hierzu gehört besonders das im letzten Jahr angekündigte enorme Investitionsprogramm der Homag, bei dem unser größtes Unternehmen allein am Standort Schopfloch mit ca. 100 Mio. € engagiert sein wird. Dies wird noch in diesem Monat Mai mit dem Spatenstich für das neue Logistik-Center unterstrichen.

Dem Betrachter, der von Süden her auf Schopfloch schaut, fallen die vielen Solardächer und PV-Anlagen besonders auch auf unserem Schulgebäude auf.

Aber es gibt noch viele freie Dächer. Da wäre durchaus Platz für noch mehr!

Die bereits erwähnte Nahwärme, die sich gerade im Probebetrieb befindet, ist ein weiterer Baustein der Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde. Wir machen uns damit unabhängiger von fossilen Brennstoffen und leisten so vor Ort einen sehr wichtigen Beitrag für die Umwelt und besonders für unser gefährdetes Klima. Außerdem bleibt dadurch die Wertschöpfung in unserer Region.

Die Menschen in Schopfloch sind wissbegierig und zupackend und haben gleichwohl ihre Ursprünge nicht vergessen. Sie sind hilfsbereit und tragen so zu einem lebendigen Gemeinwesen bei. 

Fazit

Schopfloch steht vergleichsweise ordentlich da.

Die Ortschaft ist auch nach 1250 Jahren überaus lebendig mit einem vielseitigen Angebot der Kirchen, Vereine und Gruppen. Menschen engagieren sich für die Allgemeinheit und fördern so ein lebens- und liebenswertes Gemeinwesen. Einen ganz wesentlichen Beitrag leistet hierbei unsere Feuerwehr, die mit ihren vielfältigen Hilfeleistungen, wie auch im geselligen Bereich, eine sehr wertvolle Bereicherung darstellt. Die Zukunft kann also – wie in den vergangen 50 Jahren auch – weiterhin positiv gestaltet werden.

Wir können also dankbar sein, dass es uns vergleichsweise so gut geht und die finanziellen Rahmenbedingungen für die Gemeinde und damit auch für Schopfloch in den vergangenen Jahrzehnten durchaus positiv gewesen sind – und wir dabei in Frieden leben konnten.

Gestaltungsspielräume zur Sicherstellung einer guten Zukunft scheinen damit gegeben.

Möge auch die jetzige, junge Generation die sich bietenden Chancen ergreifen und in Schopfloch weiterhin eine liebenswerte und gute Heimat finden.

Ich wünsche der Gemeinde mit ihren Menschen in Frieden eine gute Zukunft und Gottes Segen.

 

Es lebe Schopfloch!!!

Am Festakt trat auch der Lehrerinnenchor der Gemeinschaftsschule Schopfloch-Waldachtal auf.

Er wartete mit einer neuen Version des Schopflocher Liedes „Kennst du das Dörflein?“ von Bürgermeister Otto Schwarz auf.

Die ersten drei Strophen sind noch original, der Schluss des Lieds war neu und begeisterte die Gäste.

Hier der überarbeitete Text:

 

Kennst du das Dörflein dort an jenem Bergeshang
Und seines Kirchleins trauten Glockenklang?
Siehst du das Kornfeld wogen als Meer?
Mir ist, als ob dort meine Heimat wär!

Kennst du den Rödelsberg und seinen Forchenhain?
Den Schelmenwasen mit dem sonn´gen Rain?
Lag dir zu Füßen weites Heimatland?
O schöner Ort, da meiner Wiege stand!

Kennst du den Blick auf endlos dunklen Tannenwald,
Wenn weiß von Dießental der Nebel wallt?
Sah´st du die Heimatfluren tief verschneit?
O gold´ne Jugendzeit, wie bist du weit!

Kennst du die Leute schon?
Von wo? – Von Schopfloch, Schopfloch, Schopfloch, Schopfloch

Das Dorf, das machen die Leute aus. – Schopfloch, Schopfloch
Die, die hier wohnen, sind hier zuhaus. – Schopfloch, Schopfloch
Jedes Kind mit Schwächen und Stärken. – Schopfloch, Schopfloch
Kann hier lernen, das muss ich mir merken. – Schopfloch, Schopfloch
Zur Arbeit kann man zur Homag geh´n. – Schopfloch, Schopfloch
Am Dorfrand kann man die Firma seh´n. – Schopfloch, Schopfloch
Und ganz egal ob groß ob klein. – Schopfloch, Schopfloch
In Schopfloch leben, das ist fein! – Schopfloch, Schopfloch

Ein paar weitere Eindrücke in Bildern:

Bilder von Lutz Krimmling

 

Fortsetzung folgt…